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Die kleine Geschichte vom funktionierenden Team

  • 18. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Vor einigen Jahren war ich als Fernsehautorin mit einem Kamerateam in Hamburg. Wir begleiteten ein Wochenendseminar - die Teilnehmer allesamt Führungskräfte und Manager. In unterschiedlichen Übungen wollten sie mithilfe der Pferde ihre Chef-Kompetenz überprüfen oder schulen. Wir waren mit der Kamera dabei.

Die letzte Aufgabe am Ende des Seminars lautete: Bildet ein Team aus drei oder vier Teilnehmern und führt das euch zugeteilte Pferd ohne Halfter und Strick durch einen kleinen Parcours. Jedes Team durfte sich im Vorfeld eine Strategie überlegen, wie das zu bewerkstelligen wäre.

Bevor es losging, fragte die Seminarleiterin, ob die Teilnehmer einverstanden seien, wenn am Ende auch das Kamerateam, also meine beiden Kollegen und ich, dieselbe Aufgabe bekommt. Alle Teilnehmer stimmten begeistert zu.

Sowohl Kameramann als auch Tonmann hatten keinerlei Erfahrung im Umgang mit Pferden. Als wir an der Reihe waren, beobachtete ich, dass einige Teilnehmer still in sich hinein lächelten. Natürlich erwartete man, dass wir grandios scheitern würden.

Wir beschlossen: Wir machen es genauso wie bei unserer Arbeit zuvor auch: Der Kameramann ging also voraus, der Tonmann folgte ihm, ich bildete den Schluss der „Herde“ und führte „Regie". Der in der Halle freilaufende stattliche Friesenwallach beäugte uns zunächst mit Abstand, wurde dann neugierig – und schloss sich uns an. Er ordnete sich zwischen Tonmann und mir ein und marschierte mit uns neugierig und entspannt durch den Parcours. Und weil alles so gut funktionierte, baute die „Regie" dann noch ein paar Herausforderungen ein: Ich bestimmte, dass wir auf der ausgelegten Plane gemeinsam kurz anhielten – der Wallach folgte dieser Idee genau wie die anderen Teammitglieder, ohne zu zögern. Dann variierten wir noch die Laufrichtung um die Pylonen einmal rechtsherum dann wieder links – alles kein Problem, die „Herde“ vor mir lief wie am Schnürchen.

Die Teilnehmer des Seminars waren sehr erstaunt über diesen Ablauf, die Seminarleiterin hingegen überhaupt nicht. Sie konstatierte lachend: „Genau das habe ich erwartet! Die drei waren im Vorfeld schon ein Team – oder aus Pferdesicht eine Herde. Das haben sie ein Wochenende lang bewiesen und ausgestrahlt. Dem schließt sich ein Pferd gerne an.“


Auf der Heimfahrt im Teamwagen haben wir uns noch lange begeistert gegenseitig berichtet, was jeder von uns erlebt hatte – eine wunderbare Bestätigung unserer Teamarbeit. Entsprechend gut wurde unser Film.

 
 
 

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Antje Bollmann

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